Aussicht auf dem Oberalppass

Sonntag 19. August 2018

Zugfahrt Chur – Disentis – OberalppassAndermatt

Es war wie­der­mal so weit, wir star­te­ten zu einem Aus­flug mit dem Zug. Das ers­te Ziel war geplant: wir fah­ren nach Chur und schau­en dann wei­ter. Eigent­lich woll­ten wir schon lan­ge ein­mal mit dem neu­en Alv­ra-Glie­der­zug der RhB fah­ren, beim letz­ten Ver­such in der Ein­füh­rungs­pha­se hat­te es nicht geklappt. Die Kom­po­si­tio­nen ver­keh­ren nor­ma­ler­wei­se auf der Albu­la-Stre­cke nach St. Moritz. Doch zufäl­li­ger­wei­se hat­te ich am Sams­tag im Bahn­fo­rum  gele­sen, dass wegen einer Ver­an­stal­tung im Unter­enga­din auf der Linie Scuol – Land­quart – Disen­tis eben­falls ein Alv­ra unter­wegs ist.

Herumalbern in Chur
Her­um­al­bern in Chur

Als wir dann um vier­tel vor elf in Chur ein­tra­fen, staun­te ich nicht schlecht, denn sowohl auf dem Zug nach St. Moritz wie auch auf dem nach Disen­tis stand ein Alv­ra bereit. Zunächst galt es aber mal, ein paar Fotos für die Eisen­bahn-Sei­te zu machen. Nach einem kur­zen Blick in den Online-Fahr­plan war klar, wir fah­ren nach Disentis/Mustér, denn der Zeit­punkt ist ide­al, weil rund um die Zeit wenn wir dort ein­tref­fen diver­se Gla­cier Express ver­keh­ren und am Bahn­hof viel los ist.

Unterwegs im Alvra
Unter­wegs im Alv­ra

Die Fahrt im neu­en Zug war ange­nehm, wir hat­ten einen gan­zen Wagen­teil für uns. Da es der hin­ters­te Wagen war, konn­te man durch die Abteil­tü­re auf die Stre­cke zurück­schau­en, was ich dazu genutzt habe, ein paar klei­ne Video­clips mit dem Smart­pho­ne  zu machen. Um zehn nach zwölf waren wir dann in Disen­tis, wie erwar­tet stand bereits ein Gla­cier Express für die Abfahrt nach Chur bereit, also Kame­ra gezückt und Fotos geschos­sen. Wir haben uns dann ent­schlos­sen, eine Stun­de zu blei­ben – obwohl der nächs­te Zug über den Oberalp­pass nach Ander­matt einen offe­nen Aus­sichts­wa­gen gehabt hätte.

Aussicht in Disentis/Mustér
Aus­sicht in Disentis/Mustér

Eine Stun­de spä­ter war die Spei­cher­kar­te der Kame­ra gut gefüllt mit diver­sen RhB- und MGB-Loko­mo­ti­ven. So setz­ten wir uns in den Zug und lies­sen uns auf den Oberalp­pass kut­schie­ren. Gespannt beob­ach­te­ten wir die Ent­wick­lung der Gewit­ter­zel­len auf dem Radar, die schon früh aktiv waren. Wir woll­ten ja unter­wegs nicht nass wer­den. Doch es blieb alles nörd­lich oder süd­lich davon. Die Fahrt ver­lief pro­blem­los, wenn auch mit der übli­chen Ver­spä­tung auf der MGB.

Bauarbeiten auf dem Oberalppass
Bau­ar­bei­ten auf dem Oberalp­pass

Auf dem Oberalp­pass und wei­ter Rich­tung Nät­schen sieht man über­all Bau­ar­bei­ten für den Aus­bau des Ski­ge­biets Ander­matt-Sedrun. Aktu­ell bau­en sie noch an der letz­ten Ses­sel­bahn um die Ver­bin­dung der bei­den Ski­ge­bie­te her­zu­stel­len. Auch auf dem Nät­schen sieht alles anders aus.

Neue Mittelstation auf dem Nätschen
Neue Mit­tel­sta­ti­on auf dem Nät­schen

Die­sen Som­mer wur­de ja der Bahn­hof ver­scho­ben, damit man die Mit­tel­sta­ti­on der neu­en Gon­del­bahn Ander­matt-Nät­schen-Gütsch bes­ser errei­chen kann, die nun in unmit­tel­ba­ren Nach­bar­schaft liegt.

Blick auf Andermatt
Blick auf Ander­matt

Immer spek­ta­ku­lär ist der Aus­blick von der Stre­cke ins Urse­r­en­tal, wenn der Zug in drei Keh­ren den Höhen­un­ter­schied vom Nät­schen nach Ander­matt innert kür­zes­ter Zeit bewältigt.

Aussicht Richtung Furkapass
Aus­sicht Rich­tung Furkapass

Auch Ander­matt ist der­zeit eine ein­zi­ge Bau­stel­le, das Resort von Sawiris wächst und wächst. Obwohl es auch nach Gewit­tern aus­ge­se­hen hat­te, haben wir noch­mals eine Stun­de Pau­se gemacht. Für den Weg durchs Goms nach Brig und dann über Bern nach Hau­se war es schon ein biss­chen spät, also ging es dann via Gösche­nen – Erst­feld – Zürich wie­der zurück. In Ander­matt haben wir sogar noch einen Zug aus­ge­las­sen, weil sovie­le Leu­te den ers­ten Zug nach Gösche­nen gestürmt haben, schein­bar auch sol­che die auf dem Heim­weg vom Open­air in Gam­pel waren – ziem­lich besof­fen und zuge­kifft. Der zwei­te Zug, der den Anschluss an den Regio in Gösche­nen auch noch schafft, war dann prak­tisch leer.

Es ist schon erstaun­lich, wie­vie­le Leu­te in einem 6‑teiligen TILO-Flirt Platz haben, auf­grund der war­ten­den Pas­sa­gie­re auf dem Per­ron in Gösche­nen hat­te ich so mei­ne Beden­ken. Ab Erst­feld wur­de dann ein 7‑teiliger EW IV-Pen­del mit 3‑teiligem Modul ange­bo­ten, wel­ches sogar einen 1. Klass-Wagen hat­te. So hat­ten wir – bis auf eine Grup­pe von Flüe­len nach Arth-Goldau – den Wagen bis nach Zürich prak­tisch für uns allei­ne. Lag viel­leicht auch dar­an, dass der IC aus dem Tes­sin soviel Ver­spä­tung hat­te, dass unser Zug den Anschluss in Arth-Goldau nicht abge­war­tet hat.

Ein­zi­ges Ärger­nis war, dass der Steu­er­wa­gen der Stamm­kom­po­si­ti­on wegen einer Tür­stö­rung kom­plett abge­schlos­sen war, was bei eini­gen Pas­sa­gie­ren nicht so gut ankam. Aber in den bei­den 2. Klass-Wagen im Modul hat­te es noch genü­gend Platz. Ein­fach 50 Meter nach hin­ten gehen hat gereicht.

So sind wir dann nach gut zehn­ein­halb Stun­den wie­der zu Hau­se ange­kom­men. Als Jux habe ich in mei­nem Whats­app-Sta­tus immer wie­der ein Bild vom Abfahrts­an­zei­ger an den Umstei­ge­bahn­hö­fen gepos­tet, ein­zig Gösche­nen und Erst­feld habe ich ver­ges­sen, aber was solls…

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